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ältere Projekte

Scheerhorner Bruch
Bei dem Bereich "Scheerhorner Bruch" handelt es sich um den Kernbereich des "WV-Gebietes Scheerhorn" mit Landesweiter Bedeutung. Der Grünlandschutz und die Betreuung dieser meist extensiv genutzten Flächen innerhalb der Wieselvogelgebiete (Nr. 6-Ringe, Nr. 11-Hoogstede, Nr. 12-Scheerhorn, Nr. 13-Alte Piccardie/Hohenkörben und Nr. 14-Wietmarschen) nimmt seit Stiftungsgründung einen Großteil der Stiftungstätigkeiten ein. Allein im Bereich des „Scheerhorner Bruches" (Wiesenvogelgebiet Nr. 12-Scheerhorn) betreut die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim mittlerweile zusammenhängende Flächenareale in einer Größenordnung von ca. 70 ha. Diese Flächen (Flächen Nrn. 6, 10, 12, 18,20, 21, 22, 25, 26, 30, 34, 40, 46, 49, 50, 53, 57, 58, 59, 60, 61 und 72) sind allesamt an interessierte Landwirte zu extensiven Bedingungen im Rahmen des Arten- und Biotopschutzes verpachtet. Das Flächenareal soll hier nach Möglichkeit weiter arrondiert werden. Diese Flächenarrondierung bietet die Möglichkeit, für gezielte Wiederbenässungsmaßnahmen. Im Schulterschluss mit dem Naturschutzbund, der Deutschen Umwelthilfe, dem Arbeitskreis Feuchtwiesenschutz Westniedersachsen (Spende) und der Aquirierung weiterer Fördermittel (Bingo Lotto, VR-Gewimmspargemeinschaft, Niedersächsische Umweltstiftung) ist es gelungen, eine weitere Fläche auf freiwilliger Basis zu erwerben. Ingesamt konnten hierbei Fördergelder in Höhe von ca. 100.000,00 DM erstanden werden. Neben dem Flächenankauf werden die Fördermittel für die Durchführung von Optimierungsmaßnahmen (Anlage von Blänken, Erstherrichtung der Flächen, Pflegemaßnahmen an Blänken und Gehölzen etc.) verwendet. Karte

 

Seit drei Jahren werden durch Herrn Dipl.-Biologen Moormann Brutbestandserfassungen und Bruterfolgskontrollen der Wiesenvögel im Bereich der Stiftungsflächen und der kreiseigenen Flächen sowie im südlichen Teil des Wiesenvogelgebietes Nr. 12 „Scheerhorn" durchgeführt. Ergebnisse können bei Interesse bei der Stiftung eingeholt werden.

 

Im Jahr 2003 wurden erstmals durch das Biologische Institut Metelen e.V. Untersuchungen zur Bedeutung von Grünlandblänken in Flächen der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim für Amphipien, Libellen und Wasserschnecken durchgeführt. Einige der untersuchten Blänken befinden sich innerhalb des Scheerhorner Bruches. Als erstes Resultat (Zwischenbericht über die Untersuchungssaison 2003) ist die große Anzahl an Libellenarten hervorzuheben, die nur in sieben und zudem sehr jungen Gewässern so nicht erwartet worden war. Insgesamt wurden hier 20 Arten dieser Tiergruppe nachgewiesen, was fast ein Drittel der gesamten Libellenfauna des westlichen Niedersachsens darstellt. Mit Mond-Azurjungfer, Kleiner Pechlibelle, Glänzender Binsenjungfer und Südlicher Binsenjungfer wurden vier Arten der Niedersächsischen Roten Liste gefunden. Dabei gelten Mond-Azurjungfer und Glänzende Binsenjungfer landweit als „stark gefährdet". Die Resultate zeigen im ersten Ansatz, dass auch sehr junge Grünlandblänken im Untersuchungsraum einen bedeutsamen Lebensraumtyp für die Libellenfauna darstellen.

 

Uelsener Berge
Hudenutzung (Kratteichen) im Landschaftsschutzgebiet Uelsener Berge
Nordwestlich von Uelsen hat der Landkreis Grafschaft Bentheim eine ca. 1 ha große Fläche angepachtet. Hierbei handelt es sich um einen kulturhistorischen Kratteichenbestand mit Resten der hier ehemals großflächig vorhandenen Heideflächen. Um diesen Bereich zu erhalten und zu entwickeln, wurden die Kratteichen und die Heidereste zunächst von Kiefern und später Traubenkirsche freigestellt. Zukünftig soll der Bereich in Anlehnung an die kulturhistorische Niederwaldbewirtschaftung (Hudenutzung) beweidet werden.

 

Der Naturschutzstiftung ist es gelungen, hieran unmittelbar angrenzend weitere Flächen zur Größe von 5,3 ha zu erwerben, die bislang intensiv landwirtschaftlich (Acker) genutzt wurde. Die Flächen 32 und 52 entwässern aufgrund des starken Gefälles nach Westen und Norden in ein gemäß § 28 a NNatG geschütztes Biotop (Querbereich des Vertenbaches). Um die Beeinträchtigungen (starke Eutrophierung infolge des Maisanbaues) für den geschützten Bereich zu unterbinden, sollen die Flächen in Anlehnung an die kulturhistorische Hudenutzung (in Abstimmung mit dem Biologischen Institut Metelen) ebenfalls einer extensiven Nutzung mit alten Haustierrassen (hier: Bentheimer Landschaf) zugeführt werden. Die nutzung erfolgt zur Zeit über die Schäferei Zwafing in Uelsen/Wilsum.

 

Mit dem Projekt soll zum einen die Entwicklung, Pflege und der Erhalt eines typischen Kratteichenbestandes als Hudewaldrelikt sowie angrenzender extensiv genutzter Flächen durch die Wiederaufnahme der historischen Bewirtschaftung sichergestellt werden. Gleichzeitig wird mit dem Projekt zum anderen demonstriert, wie eine ehemals intensiv, nach heutigem Stand der Technik landwirtschaftlich genutzte Fläche für den Naturschutz hergerichtet und einer kulturhistorischen Nutzung geführt werden kann. Darüber hinaus soll das Projekt bespielhaft die Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten einer einheimischen Haustierrasse, des Bentheimer Landschafes, aufzeigen und somit der Bestandssicherung dieser stark gefährdeten Nutztierrasse dienen.

 

Mit Hilfe von Informationstafeln soll die interessierte Bevölkerung sowohl über natur- und heimatkundliche Aspekte und deren Bedeutung als auch über heutige Naturschutzarbeit informiert werden. Das Projekt dient gleichzeitig einer weiteren Entwicklung des Bereiches für die Erholungsnutzung. (Siehe Artikel "Tag des Naturschutzes" und "Eröffnung Radwegeroute")

 

Bourtanger Moor
Flächenpool im südlichen Bourtanger Moor

 

In den Randbereichen des südlichen Bourtanger Moores stellt die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim außerhalb der Flächen im NSG Hochmoor Ringe mittlerweile Flächenkontingente zur Größe von ca. 65,4 ha für Kompensationsmaßnahmen bereit. Neben 12,2020 ha Hochmoorflächen, die sich zur Zeit noch in Abtorfung befinden, betreut sie allein innerhalb der Wiesenvogelgebiete Nr. 6-Ringe, Nr. 11-Hoogstede, Nr. 12-Scheerhorn , Nr. 13-Alte Piccardie/Hohenkörben und Nr. 14-Wietmarschen ca. 53,2 ha extensiv genutztes Grünland. Hierbei handelt es sich bis auf eine Fläche allesamt um Eigentumsflächen. Durch die Anlage von Blänken und eine extensive Bewirtschaftungsweise können diese Gebiete für den Wiesenvogelschutz optimiert werden.

 

Einen Schwerpunkt ihrer Aktivitäten setzt die Naturschutzstiftung hier in Bereichen des "Scheerhorner Bruches", die im Landesraumordnungsprogramm (Planungskarte) als naturschutzsgebietswürdige Bereiche eingestuft sind. Flächenkontingente zur Größe von ca. 30 ha liegen hier bislang arrondiert zusammen und bieten somit Voraussetzungen für gezielte Wiedervernässungsmaßnahmen (Grabenanstau etc.). Im Schulterschluss mit dem Naturschutzbung, der Deutschen Umwelthilfe, dem Arbeitskreis Feuchtwiesenschutz Westniedersachsen (Spende) und der Akquirierung weiterer Fördermittel (Bingo Lotto, VR-Gewinnnspargemeinschaft, Niedersächsische Umweltstiftung) ist es gelungen, eine weitere Fläche auf freiwilliger Basis zu erwerben. Ingesamt konnten hierbei Fördergelder in Höhe von ca. 100.000,00 DM erstanden werden. Neben dem Flächenankauf werden die Fördermittel für die Durchführung von Optimierungsmaßnahmen (Anlage von Blänken, Erstherrichtung der Flächen, Pflegemaßnahmen an Blänken und Gehölzen etc.) verwendet.

 

Hochmoor Ringe
Die Naturschutzstiftung hat im Bereich des Naturschutzgebietes Hochmoor Ringe inzwischen über 6 ha Eigentumsflächen erworben. Darüber hinaus war die Naturschutztiftung den Naturschutzverbänden behilflich, weitere Flächen im Bereich des Hochmoores Ringe zu erwerben.

 

Die in der Grafschaft tätigen Umwelt- und Naturschutzverbände haben für das Projekt Hochmoor Ringe seitens der Sparkassenstiftung ca. 100.000,00 DM für Flächenankäufe und Renaturierungsmaßnahmen im Hochmoor Ringe erhalten. Nachdem sich alle Grabenanliegerflächen im Eigentum öffentlicher Träger befanden oder die privaten Eigentümer (Tierpark Nordhorn, Naturschutzstiftung) das Wiedervernässungsprojekt unterstützen, konnte, nachdem die wasserrechtliche Plangenehmigung im Oktober 2001 erteilt worden war, mit dem Projekt im Nordteil begonnen werden. Hierzu wurden unter der Regie der Unteren Naturschutzbehörde Zäune und Zaunreste von den Projektflächen entfernt und Holz auf allen für eine Wiedervernässung geeigneten Flächen eingeschlagen.

 

In einem weiteren Schritt wurde auf ca. 30–50 m breiten Streifen parallel zu den Gräben, die zurückgebaut werden sollten, die Vegetationsdecke in ca. 20 cm Stärke abgeschält, um hier wieder ein nährstoffärmeres Milieu und Füllmaterial für die Gräben zu erhalten. Zur Abdichtung der Gräben in den Untergrund hinein wurde von den bauausführenden Firmen auf ganzer Länge eine Kunststoffolie eingebaut. Im Anschluß hieran wurden durch die staatliche Moorverwaltung Abflussbereiche aus alten Handtorfstichen im "Kleinringer Keil" abgedämmt und beseitigt. Hierzu wurde u. a. im Norden des Projektgebietes auf einer Stiftungsfläche ein ca. 2 m hoher Torfwall errichtet. Danach wurden die entsprechenden Grabenabschnitte mit dem abgeschälten Plaggenmaterial und anderem anstehenden Boden bis zum mittleren Quergraben verfüllt.

 

In Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises werden in 2002 im Anschluss an das nördliche Projektgebiet in ähnlicher Art mit der Wiedervernässung im Südteil fortgefahren. Die Bezirksregierung Weser-Ems hatte der Naturschutzstiftung mit Schreiben vom 19.10.01 hierfür die Regie übertragen. Von entscheidender Bedeutung für das Gesamtprojekt war hierbei die Nutzungsaufgabe und der Einstau auf der Stiftungsfläche Nr. 14. Nach der gänzlichen Nutzungsaufgabe verloren die den gesamten Moorkomplex entwässernden Gräben (Grenz- und Quergraben) ihre Funktion und konnten eingestaut werden. Neben der Grabenverfüllung wurde die Fläche Nr. 14 gepoldert. Auf den Projektflächen wurden diverse temporäre Gewässer angelegt. Die weitere Entwicklung im Projektgebiet bleibt abzuwarten.

 

Weitere Infos auch beim BUND Kreisgruppe Grafschaft Bentheim und beim NABU Grafschaft Bentheim.