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27. Mai 2011

Tiere und Pflanzen nehmen das Moor wieder an

11.06.2004 (GN)

BESUCH Im Hochmoor Ringe zeigen Schutzmaßnahmen die ersten Erfolge

2004_TiereUndPflanzenBei einem Spaziergang über die renaturierten Flächen machten sich Hubert Winter und Hans-Jürgen Grobelny von der Sparkassenstiftung einen Eindruck davon, wie ihre Spenden angelegt sind. Vertreter der mit dem Moor betrauten Behörden und Organisationen erläuterten ihnen die Ziele der Renaturierungsmaßnahmen.

von daniel klause

RINGE – Nur langsam legt sich der von den Autoreifen aufgewirbelte Staub. Die aus dem Boden aufsteigende Hitze spiegelt die Luft. Ein Reh ergreift mit großen Sprüngen die Flucht und entschwindet in die dicht stehenden Binsenbüschel. Fast lautlos bewegt sich die Besuchergruppe über den Torfboden, der jedes Geräusche verschluckt. Abgeholzte Birkenstämme vermodern am Ufer tiefer Löcher, aus denen die Bauern der Umgebung einst den Torf zum Heizen holten, oder am Ufer künstlich angelegte Teiche. In regelmäßigen Abständen öffnen sich tiefe dunkle Spalten im schwankenden Grund, die die Siedler vor Jahrzehnten in den Torf schnitten, um das Hochmoor auszutrocknen und urbar zu machen.

Trotz der tiefen Wunden, die der Mensch dem Hochmoor über Jahrzehnte zugefügt hat, ist das Hochmoor in Ringe im Vergleich zu den direkt angrenzenden Flächen im Emsland noch glimpflich davon gekommen. "Während im Emsland der Torf mit Maschinen abgebaut wurde, gab es in der Grafschaft in großen Bereichen nur Handtorfstich", erklärt Ekkehard Krum. Der Mitarbeiter der Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis führt die Maßnahmen zur Wiedervernässung seit drei Jahren durch.

Daneben hat die Naturschutzstiftung des Landkreises Teilbereiche des Moors in ihrer Verantwortung. Die Stiftung versorgt Kommunen mit Flächen, mit denen sie den Landschaftsverbrauch für Baugebiete und Straßen ausgleichen können. Rund 14 der 145 Hektar stehen unter Federführung der Stiftung. Für etwa 13,5 Hektar haben die Naturschutzverbände die Verantwortung übernommen, unter Federführung des Bunds für Umwelt- und Naturschutz (BUND). Der größte Teil der Flächen befindet sich unter der Regie der staatlichen Moorverwaltung Weser-Ems, die für den Rückbau der Gräben auf den insgesamt rund 110 Hektar landeseigenen Parzellen zuständig ist.

Die von Menschen bis Anfang der 70er Jahre im großen Stil angelebten Gräben sind die größten Feinde des Hochmoors. Die Absenkung des Wasserspiegels veränderte die Vegetation. Die Schutzmaßnahmen umfassen daher heute zwei Bereiche: Das Anlegen von Blänken, kleinen aufgestauten Teichen, und das Zuschütten der Gräben, sowie die Abholzung von Gehölzen, vor allem von Birken. Bei der Wiedervernässung spielte die Sparkassenstiftung eine große Rolle. Mit ihrem Geld konnten eine noch im Privatbesitz befindliche Flächen am Rand des Moors gekauft werden, die zum Stauen der Niederschläge wichtig sind. Ein Wall verhindert, dass das Regenwasser in die abgetorften Flächen im Emsland fließt. Die Abholzung haben die Naturschutzverbände und der Tierpark Nordhorn ehrenamtlich übernommen. "Beim Hochmoor Ringe handelt es sich nicht nur um ein Natur- sondern um ein Kulturprojekt", meint BUND-Kreisvorsitzender Walter Oppel. Mit den Schutzmaßnahmen werde ein Stück typische Natur erhalten, die bei der Entwicklung der Kultur in der Region eine wichtige Rolle gespielt habe, so Oppel.

Tiere und Pflanzen haben inzwischen begonnen, die Flächen wieder in Besitz zu nehmen. Fleisch fressende Pflanzen warten auf unvorsichtige Insekten. Schwarz- und Braunkelchen, Neuntöter, Ziegenmelker, Bekassinen und Baumfalken finden sich langsam wieder in ihrer ursprünglichen Lebenswelt ein. Fehlen nur noch die Uferschnepfe und der Große Brachvogel.

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