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27. Mai 2011

Schüler richten Stiftungsfläche Nr. 66 in Wietmarschen her

27.12.2007

(Grafschafter Wochenblatt)

2007_stiftungsflaecheGW Wietmarschen. Die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim, die sich nunmehr schon seit über 8 Jahren um die Bereitstellung und Herrichtung von Ausgleichs- und Ersatzflächen im Sinne der Naturschutzgesetzgebung bemüht, zeichnet sich mittlerweile verantwortlich für die Betreuung von fas 550 ha Kompensationsflächen kreisweit. Nach Auskunft der Geschäftsführer Bernhard Schoo und Paul Uphaus wird das Angebot der Naturschutzstiftung von kommunalen und privaten Eingriffsverursachern wahrgenommen. Auch im Jahr 2007 wurden auf mehreren Stiftungsflächen lebensraumaufwertende Maßnahmen im Sinne des Natur- und Artenschutzes umgesetzt.

Diesmal war es die Stiftungsfläche Nr. 66 in Wietmarschen. Auf der circa 2,5 ha großen Fläche, die bislang ackerbaulich genutzt wurde, erfolgt nach der Anlage eines Stillgewässers die Umwandlung von Dauergrünland. Im Sinne des Biotopverbundes soll die Fläche, die künftig extensiv genutzt werden soll, komplett von Wallhecken umrahmt werden.

Wallhecken sind mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Wälle, die unter anderem in Nordwestdeutschland zu den landschaftsprägenden Bestandteilen der Kulturlandschaft gehören. Vor allem im Mittelalter wurden sie zum Zweck der Grenzmarkierung und der Einfriedung als lebende Zäune angelegt.

Das bei der Heckenpflege gewonnene Holz war wichtiger Rohstoff in der waldarmen Region. Seit Ende des 19. Jahrhunderts geht die ursprüngliche Bedeutung der Wallhecken zurück. Durch die Intensivierung in der Landwirtschaft und die Ausdehnung der Verkehrs- und Siedlungsflächen aber auch durch Flurbereinigungsverfahren wurde das Wallheckennetz stark ausgeweitet. Trotzdem übernehmen Wallhecken auch heute noch vielfältige Funktionen in der Landschaft. So erhöhen sie zum Beispiel die Lebensraumvielfalt und schützen den Boden vor Erosion und Austrocknung. Neben den landschaftsästhetischen und kulturhistorischen Wert kommt ihnen auch eine große ökologische Bedeutung zu:

Wälle mit einem reichhaltigen Baum- und Strauchbewuchs sind hochwertige, naturnahe Lebensräume und unentbehrliche Rückzugesgebiete für zum Teil bedrohte Tierarten in der heutigen Agrarlandschaft.

Wallhecken gleichen im Prinzip zwei Waldrändern, die zu einem schmalen Streifen zusammengerückt sind. Daraus ergibt sich ein eigenes Kleinklima, das sich von der Umgebung deutlich unterscheidet und auch auf engstem Raum unterschiedliche Licht-, Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse aufweist. Pflanzen und Tiere mit ganz unterschiedlichen Ansprüchen werden daher günstige Lebensbedingungen geboten, sodass hier sowohl Arten des Waldes und Waldrandes als auch der freien Feldflur nebeneinander vorkommen.

Viele Arten, die durch die moderne Landwirtschaft von den Wiesen und Äckern verschwunden sind, haben hier noch ein Refugium.

Artenreiche und vielseitig strukturierte Wallhecken sind Lebensräume für eine Vielzahl von Tieren, insbesondere für Insekten, Vögel und Säugetiere.

Sowohl Pflanzenfresser als auch räuberische Arten finden hier das ganze Jahr über ein reichhaltiges Nahrungsangebot, woraus sich die verschiedenartigsten Nahrungsbeziehungen ergeben. Außerdem bietet die Hecke Nist-, Schutz- und Überwinterungsmöglichkeiten sowie Aussichts- und Singwarten.

Schädlinge werden durch natürliche Feinde dezimiert, die von der Hecke ausgehend ihre Nahrung auf dem freien Feld suchen. Beispielsweise hält allein ein Wieselpärchen von seinem Unterschlupf aus eine Ackerfläche von 100 m Durchmesser frei von Feldmäusen.

Wallhecken spielen darüber hinaus eine wichtige Rolle für den Biotopverbund. Als Mittler zwischen den naturbelassenen Lebensräumen und landwirtschaftlichen Nutzflächen gewährleisten sie einen großräumigen Artentausch und damit den Fortbestand der biologischen Vielfalt.

Um diesen geschützten Biotoptyp zu fördern hat die Naturschutzstiftung bislang circa 2500 lfm. Wallhecken neu angelegt.

Nachdem im Frühjahr 2007 auf der Fläche in Wietmarschen die Erdwälle angelegt worden sind und sich der Boden setzen konnte, erfolgt nun in Zusammenarbeit mit der Naturschutz AG der Realschule Bad Bentheim die Bepflanzung. Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 – 10 treffen sich einmal wöchentlich zusätzlich zum Unterricht und führen neben Artenschutzmaßnahmen auch landschaftspflegerische Arbeiten unter der Leitung ihres Lehrers Walter Oppel durch.

Am Freitag vergangener Woche versammelten sich, ausgestattet mit einem Pflanzspaten und wetterfester Kleidung, insgesamt 20 Schülerinnen und Schüler, um den über 500 Meter langen Erdwall mit unterschiedlichen standortheimischen Gehölzen unter Anleitung ihres Lehrers und der beiden Geschäftsführer der Naturschutzstiftung, Bernhard Schoo und Paul Uphaus, zu bepflanzen. Neben Stieleiche und Birke kommen hierbei unter anderem Haselnuss, Schwarz- und Weißdorn, Eberesche, Holunder, Faulbaum und diverse Weiden zum Einsatz.

Bevor es an die Arbeit ging, wurden die Schülerinnen und Schüler auf die künftige ökologische Bedeutung "ihrer Wallhecke" für die Pflanzen und Tiere hingewiesen.

Foto: Kukuk

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