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27. Mai 2011

Neuer Mosaikstein im Wiesenvogelland

10.10.2008 (GN)

2008_MosaikNABU-Projekt "Grenzarche" offiziell vorgestellt – Neun Hektar extensives Grünland Mit der Renaturierung der Fläche wird der Eingriff in Natur und Landschaft ausgeglichen, den der Bau der Südumgehung Neuenhaus verursacht hat. Für die Naturschützer hat das Projekt "Grenzarche" die Funktion einer Brücke zwischen den Wiesenvogelvorkommen in Deutschland und den nahen Niederlanden.

Von Daniel Klause - Emlichheim/Ringe. Der abergläubischen Landbevölkerung früherer Zeiten galten Brachvogel, Uferschnepfe, Bekassine, Rotschenkel und Kiebitz als alte Jungfern – ins Moor verbannt, weil sie keine Kinder kriegen konnten. Heute stehen die fünf Wiesenvogelarten allesamt auf der roten Liste der besonders bedrohten Arten.

Die Gründe für diese Bedrohung sind nach Angaben der NABU-Regionalgeschäftsführerin Jutta Over vielfältig. Das Verschwinden der Lebensräume sei sicherlich der wichtigste, aber auch der Klimawandel spiele bereits eine Rolle. Durch die höheren Temperaturen und die erhöhte Konzentration von Kohlendioxid in der Luft wachse das Gras im Frühjahr schneller als früher und versperre somit den Wiesenvögeln die Sicht auf ihre Beute, erklärte Over gestern bei der Vorstellung des NABU-Projekts "Grenzarche" im Landgasthof Buddenberg in Ringe. Die Grafschaft sei neben Ostfriesland jedoch bis heute das bedeutendste Wiesenvogelland in Niedersachsen.

Damit die Vorkommen stabil bleiben sollen die bedrohten Vögel sowie seltene Pflanzen- und Insektenarten nun in der "Grenzarche" optimale Lebensbedingungen vorfinden. Ohne den Eintrag von Dünger- und Pflanzenschutzmitteln sollen auch der Boden und das Grundwasser nachhaltig geschützt werden.

Das NABU war im Jahr 2003 auf das Gebiet aufmerksam geworden. Mit finanzieller Hilfe des Landkreises, der Stadt Neuenhaus und der Bingolotto-Stiftung haben NABU-Mitglieder in Emlichheim-Weusten neun Hektar intensiv genutztes Acker- und Weideland in extensives Grünland verwandelt. Die zusammenhängende Fläche ist mit einer speziellen Grasmischung eingesät worden. Im Januar zogen ein Dutzend Freiwilliger einen Zaun mit 750 Pfählen um die riesige Wiese, die nur noch von wenigen Rindern beweidet und zwei Mal im Jahr zu genau festgelegten Zeitpunkten gemäht wird. In zwei Blenken, bis zu 50 Zentimeter tiefen Teichen, sammelt sich das Regenwasser, denn mangelnde Nässe sei ein weiterer Grund für den Rückgang der Wiesenvogelbestände, so Over.

Von Vorteil für die Naturschützer war, dass in dem Gebiet ein Flurbereinigungsverfahren lief. Dadurch konnte das Amt für Landentwicklung mit den Grundstücksbesitzern über Verkauf oder Tausch von Flächen verhandeln. Durch den Bau der Umgehungsstraße Neuenhaus bestand zudem die Notwendigkeit, den Eingriff in Natur und Landschaft auszugleichen. Daran beteiligt war auch die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim.

Naturschutz sei kein Rand- sondern ein Schlüsselthema für das Überleben auf der Erde, sagte NABU-Bundesvorsitzender Olaf Tschimpke. Globale Ziele machten allerdings nur Sinn, wenn sie lokal ganz konkret umgesetzt würden, so Tschimpke, der persönlich mit dem Ersten Kreisrat Hans-Werner Schwarz über die "Grenzarche" verhandelt hatte. An die Ehrenamtlichen Helfer um den Kreisvorsitzenden Günter Klümper richtete Tschimpke ein großes Lob: "Sie sind diejenigen, die den NABU (mit seinen 450000 Mitgliedern bundesweit) ausmachen."

Landrat Friedrich Kethorn betonte die Bedeutung der Grenzaa als Verbindnung zwischen den Wiesenvogelgebieten in Hohenkörben und Alte Piccardie mit denen in den Niederlanden hervor. Das Projekt zeige den Stellenwert, den der Naturschutz in der Kreispolitik genieße. Allerdings nähmen die Konflikte um den Flächenverbauch zu. "Es kann nicht sein, dass innerstädtische Industrieflächen brach liegen und immer mehr Land auf der grünen Wiese für Ansiedlungen verbraucht wird", kritisierte er.

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