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25. Mai 2011

Naturschutzstiftung will Serviceangebot machen

25.06.1999 (GN)

1999_2Ökopool gilt als beispielhaft für gelungenes Flächenmanagement in Niedersachen - Arbeit aufgenommen

dk Nordhorn. Vereinfachte Genehmigungs- und Planfeststellungsverfahren und gleichzeitig verbesserter Naturschutz, das sind die Ziele der in Niedersachsen beispielhaften "Naturschutzstiftung". Davon haben sich in den vergangenen Wochen nicht nur Ministerpräsident Gerhard Glogowski sondern auch Arbeitsgruppen der SPD und der CDU- Landtagsfraktion überzeugt.

Hintergrund der Stiftung sind die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen bei Eingriffen in die Natur. Davon betroffen sind nicht nur Kommunen, sondern auch Unternehmen. Wenn diese ihr Betriebsgelände erweitern möchten oder eine Neuansiedlung planen, sind sie in der Regel dazu verpflichtet, Ersatzflächen bereitzustellen. Allein in der Grafschaft Bentheim gibt es derzeit jährlich mehr als 100 dieser Verfahren, die unter anderem durch teure Gutachten und einen hohen Verwaltungsaufwand gekennzeichnet sind.

In der Praxis ergeben sich zudem weitere Schwierigkeiten. Die Suche nach geeigneten Ausgleichsflächen geschieht häufig unter Zeitdruck, so daß die Flächen den Ansprüchen des Naturschutzes nicht immer hundertprozentig gerecht werden. Vor allem ortskundige Investoren haben Probleme, geeignetes Ersatzgelände zu finden und zu erwerben. Nicht selten nutzen Grundstückseigner den Bedarf gerade ihrer Fläche aus, um den Verkaufspreis nach oben zu schrauben. Dies verlängert und verteuert die Planungs- und Umsetzungsphase wichtiger Investitionen, mit denen oft auch neue Arbeitsplätze verbunden sind.

Mit Hilfe der Naturschutzstiftung will der Landkreis Grafschaft Bentheim jetzt für Abhilfe sorgen. Die Stiftung verfügt in der jetzigen Gründungsphase über einen Pool von 21 Hektar Fläche, 10,8 davon in der Nähe des Syenvenns, 7,4 im Heseper Brunnenfeld und 2,9 Hektar im Bereich Lohne. Aus diesem Vorrat können sich die Unternehmen gegen Zahlung einer Ablösesumme bedienen.

Die Eignung der angebotenen Flächen ist im Vorfeld von der Unteren Naturschutzbehörde in Zusammenarbeit mit dem Biologischen Institut in Metelen überprüft worden. Damit ist sichergestellt, daß die Flächen den Ansprüchen des Naturschutzes gerecht werden. "Die Stiftung kann zudem vorausschauend weitere Ersatzflächen erwerben, so daß der heute oft vorhandene Zeit- und Kostendruck entfallen werden", sagte Horst- Werner Schwarz, der als Erster Kreisrat der Grafschaft Bentheim maßgeblich an dem neuen Flächenmanagement beteiligt gewesen ist, während der ersten Kuratoriumssitzung in der vergangenen Woche. Während der Sitzung überreichte Landrat Paul Ricken in einem symbolischen Akt die Stiftungsurkunde, die die Aufgaben der Stiftung definiert.

Langfristig kann durch den gezielten Ankauf weiterer Flächen ein für den Artenschutz wichtiges Biotopenverbundsystem geschaffen werden. Schon jetzt sieht Schwarz in dem Ökopool zudem einen wichtigen Standortvorteil für Investitionen in der Grafschaft. Nicht nur aufgrund der vereinfachten Genehmigungs- und Planungsphase, sondern auch, weil das neue Modell den Investoren bei der Pflege der Flächen entgegenkomme. Zusammen mit interessierten Landwirten wird diese Pflicht von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises übernommen. Auch in diesem Sinne versteht sich der Landkreis als "Dienstleistungsbetrieb, der ein Serviceangebot machen will".

Mittelfristig wird der Ökopool nach Angaben der Kreisverwaltung kostenneutral arbeiten. Zwar mußten zunächst Flächen des Landkreises auf die Naturschutzstiftung übertragen werden, doch durch die Ablösung der Grundstücks- und Maßnahmekosten seitens der Investoren wird sich das Projekt letztlich selbst finanzieren. Der Stiftung steht ein Betriebsvermögen von 200 000 Mark zur Verfügung. Dazu kommt das Sachvermögen der 21 Hektar Fläche. Erfreulich auch, daß ein Spender - angetan von der Idee der Stiftung - bereits eine Fläche von 3500 Quadratmetern zur Verfügung gestellt hat. "Hoffentlich macht dieses Beispiel Schule", meinte Horst-Werner Schwarz zu dieser erfreulichen Entwicklung.

Das achtköpfige Kuratorium mit seinen sechs stimmberechtigten Mitgliedern und den beiden Geschäftsführern Paul Uphaus und Hartmut Schrap diskutierte bereits auch erste inhaltliche Fragen. Friedrich Scholten hatte als Vertreter der Landwirte zu bedenken gegeben, ob mit dem Betriebsvermögen nicht mehr Flächen gepachtet werden könnten als sie in jedem Fall zu erwerben. Er verwies dabei auf die positiven Erfahrungen in der Wesermarsch. Horst-Werner Schwarz verwies dagegen darauf, daß die "Dispositionsfreiheit größer ist, wenn sich die Flächen im Eigentum der Stiftung befinden". Dem Kuratorium gehören außerdem noch die drei Kreistagsmitglieder Marianne Brunklaus (CDU), Arnold Werning (CDU) und Dieter Steinecke (SPD) an. Dazu kommt der neue Leiter des Fachbereiches Bau und Umwelt des Landkreis Grafschaft Bentheim.

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