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27. Mai 2011

Lebensraum für bedrohte Wiesenvögel

23.02.2006 (GN)

GRÜNLAND NABU schafft an der Grenzaa bei Emlichheim ein Refugium für seltene Tiere und Pflanzen

2006_wiesenvoegelMit einem großen "Spatenstich" hat der NABU Grafschaft Bentheim in der vergangenen Woche das Projekt "Grenzarche" gestartet. Ein schwerer Bagger hebt am Hahnenberg in Emlichheim zwei Mulden aus, um die Aue der Grenzaa als Lebensraum für bedrohte Wiesenvögel herzurichten. Auf einer bis zu zehn Hektar großen Grünfläche soll in den kommenden Jahren eine lebendige und artenreiche Kulturlandschaft entstehen.

Von Andre Berends

Emlichheim – Es sieht fast so aus, als würde am Hahnenberg nach langer Zeit wieder gebaut werden: Ein schwerer Bagger rollt in diesen Tagen über die matschige Wiese am Ufer der Grenzaa und beißt mit seiner mächtigen Schaufel dunkelgraue Löcher ins grüne Gras. Einige Holzpfähle markieren den Grundriss – der jedoch bei genauerem Hinsehen mit dem Fundament eines Hauses oder einer Halle nicht viel gemeinsam hat: Auf dem Grenzgelände entstehen zwei jeweils gut 1000 Quadratmeter große Mulden.

Dort sollen sich nach Vorstellung des Naturschutzbundes NABU in Zukunft seltene Wiesenvögel wie Uferschnepfen, Bekassinen oder Große Brachvögel heimisch fühlen. "Diese Vögel waren früher im Grenzland verbreitet. Sie sollen hier bald wieder Nahrung finden und brüten", hofft der NABU-Kreisvorsitzende Günter Klümper. Ziel des ehrgeizigen Projekts "Grenzarche" sei die Wiederherstellung von Elementen einer ursprünglichen Kulturlandschaft, in der bedrohte Wildtiere und Wildpflanzen wieder einen geeigneten Lebensraum finden. Die künstlichen Mulden – flachen Teichen oder Blänken ähnlich – würden je nach Jahreszeit und Wetterlage mal nass und mal trocken sein. Auf dem wechselfeuchten Gelände fänden auch seltene Pflanzen wie die Sumpfdotterblumen, das Wassergreiskraut oder die Blume des Jahres 2006, das Wiesenschaumkraut, gute Wuchsbedingungen, berichtet Klümper: "Solche farbenprächtigen, artenreichen Lebensgemeinschaften waren schon immer Teil unserer Landschaft."

Von der Erfüllung eines "Wunschtraums für Naturschützer" spricht Otto Wilhelm, Betriebsleiter bei Wintershall. Das Unternehmen aus Emlichheim fördert die "Grenzarche" finanziell. Auch die Baufirma Kwade aus Ringe und Brookmann Werbetechnik aus Osterwald sind mit im Boot. Der größten Batzen des 200000 Euro teuren Projekts kommt jedoch aus Hannover: Die Niedersächsische Lottostiftung mit ihrer Umweltlotterie "Bingo" hat einen Großteil des Geldes gesponsort und die "Grenzarche" überhaupt erst "flott gemacht".

Durch die Spenden konnte der NABU bislang etwa sieben Hektar Grünland kaufen. Weitere Flächen sollen bald folgen, berichtet Klümper. An Bord der "Grenzarche" sind auch der Landkreis, die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim sowie das Amt für Landentwicklung in Meppen. "Unser Projektname ‚Grenzarche' ist übrigens eine Verschmelzung des Gewässernamens Grenzaa und der Idee der Arche", erklärt der Kreisvorsitzende. Schließlich gehe es in der Aue der Grenzaa ebenfalls um die Erhaltung bedrohter Arten.

Einfach vor sich hindümpeln sollen die Flächen jedoch nicht. "Wir werden mit einem engagierten Landwirt eine Bewirtschaftungsvereinbarung treffen", sagt Klümper. Die Nutzung durch einen Landwirt sei ein gutes Beispiel für die nachhaltige Verwendung ökologisch wertvoller Lebensräume. Außerdem steige die Bodenqualität, da kein Dünger verwendet werden soll. Davon verspreche man sich auch positive Auswirkungen auf die Wasserqualität. Ob sich die "Grenzarche" in einem guten ökologischen Zustand befindet, wird von NABU-Biologin Jutta Over kontrolliert.

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