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14. April 2014

Landschaf und Landschaft im Einklang, GN 12.04.2014

Tiere ziehen vom Zoo in die Tillenberge und pflegen die Wacholderheide

Mehr-als-40000-Euro-hat-die-Brennerei-Sasse-in-den-36807Von Sebastian Hamel

Es ist so weit: Die Bentheimer Landschafe aus dem Tierpark Nordhorn haben gestern ihre Winterunterkunft verlassen und weiden nun bis zum Ende des Jahres in den Tillenbergen. Bereits zum fünften Mal wurde der Auftrieb unternommen.

Nordhorn. Ein wenig nervös war Henning Meyer vorher schon. Für den 23-jährigen Tierpfleger aus dem Nordhorner Zoo ist es der erste Schafauftrieb, den er eigenverantwortlich bewältigt. Mehr als sechs Kilometer müssen zwischen Tierpark und den Tillenbergen zurückgelegt werden. Dort sollen die Schafe bis zum Winteranfang weiden. 65 Muttertiere und etliche Lämmer bestreiten den Weg. Damit alle beisammen bleiben, bekommt Schäfer Henning Meyer tatkräftige Unterstützung von Hütehund "Freckles". Unentwegt flitzt der schwarz-weiße Border Collie um die Schafe herum.

Nach zweieinhalb Stunden ist der Marsch geschafft: Die Herde trifft am Ziel in den Tillenbergen ein. Tierparkleiter Dr. Nils Kramer und mehrere Gäste warten schon gespannt auf die blökende Schar. Es ist ein feierlicher Rahmen: Tische und Pavillons stehen auf der Wiese, es duftet nach gutem Essen. Schon zum fünften Mal wird der Auftrieb begangen – und diesmal sogar vier Wochen früher als geplant. Grund dafür ist der milde Frühling. "Die Lämmer sind alle da, die Tiere mussten raus", sagt Kramer. Nun verbringen sie die wärmere Zeit des Jahres auf verschiedenen Wiesen, die sich auf 26 Hektar Fläche erstrecken.

Besonders freut sich Kramer, dass mit dem Erhalt der Landschaf-Rasse auch die Pflege der Wacholderheiden einhergeht. "Die Tiere sorgen dafür, dass die Flächen nicht verbuschen und verbaumen", erklärt er. Über Jahrhunderte hatten Menschen die Heidegebiete als Kulturlandschaften angelegt und durch den Einsatz der Schafe gedeihen lassen. Heute sind die Flächen der Lieferant für ein Produkt, das mittlerweile über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt ist: der Grafschafter Kräuterwacholder. Pro verkaufte Flasche spendet die Brennerei Sasse einen Euro an einen Fonds zum Schutz der Grafschafter Wacholderheiden, den die hiesige Naturschutzstiftung verwaltet. So sind über die Jahre schon mehr als 40000 Euro zusammen gekommen. "Wenn alle an einem Strang ziehen, kommt etwas Gutes heraus", sagt Brennerei-Inhaber Rüdiger Sasse.

Nach dem Eintreffen der Schafe können sich die Gäste nicht nur optisch, sondern auch kulinarisch an den Tieren erfreuen: Die Besucher werden verköstigt mit dem "Hirtentopf", in dem das zarte Lammfleisch köchelt. "Erhalten durch aufessen", lautet das Motto. Denn nur wenn es einen Nutzen für die Tiere gibt, kann der Bestand der Rasse gesichert werden, sagt Tierparkleiter Kramer. Mit der Wolle lasse sich kein Geld mehr verdienen.

Bis zum Ende des Jahres verweilen die Tiere nun in den Tillenbergen. Dann, wenn die Geburt der neuen Lämmer ansteht, geht es zurück in die Winterstallungen des Tierparks.

Anregungen für Projekte zum Schutz der Wacholderheiden nimmt die Naturschutzstiftung unter Telefon (05921) 961299 oder 961617 entgegen.

GN-Online

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